Die Mietenvorschreibung und ihre wichtigsten Komponenten

Entgelt gem. § 14/1 Z 1-3 WGG

Im Zuge der Errichtung einer Wohnanlage werden Fremdmittel zur Finanzierung in Anspruch genommen (zum Beispiel Wohnbauförderungsdarlehen des Landes OÖ und Bankdarlehen).
Als „Entgelt gem. § 14/1 Z 1-3 WGG“ wird die Rückzahlung der Darlehen und Zinsen bezeichnet sowie die Weiterverrechnung der Verzinsung für bereitgestellte Eigenmittel (Grund und Bau). Die Abrechnung der besagten Komponente erfolgt im Zuge der Jahresabrechnung.

Entgelt gem. § 13 Abs. 6 WGG

Der ausgewiesene Betrag wird für die Überlassung von Wohnungen der Ausstattungskategorie „A“ oder „B“ (Wiedervermietungsmiete) weiterverrechnet, wobei die Berechnung dem verlautbarten bzw. indexgesicherten Wert gemäß Richtwertverordnung zugrunde liegt.

Bauzins

Ist die Wohnungsgesellschaft nicht gleichzeitig Grundeigentümer, sondern wird ihr das Grundstück durch Einräumung eines Baurechtes (z. B. von der Gemeinde) zur Verfügung gestellt, so wird der dafür zu entrichtende Bauzins vorgeschrieben.

Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag

Der Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag wird für die Finanzierung von notwendigen Erhaltungs- und nützlichen Verbesserungsmaßnahmen in der Wohnanlage eingehoben und ist vom Gesetzgeber mit derzeit
€ 0,43/m²/Wnfl./Monat zuzüglich Umsatzsteuer festgelegt.

Bei einem 10- bis 20-jährigen alten Gebäude kann ein Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag von
€ 1,14/m²/Wnfl./Monat zuzüglich Umsatzsteuer eingehoben werden. Ist das Gebäude älter als 20 Jahre, kann ein Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag von € 1,71/m²/Wnfl./Monat zuzüglich Umsatzsteuer vorgeschrieben werden.

Gemeinnützige Bauvereinigungen sind zur Rückzahlung verpflichtet, soweit der Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag € 0,43/m²/Wnfl./Monat zuzüglich Umsatzsteuer übersteigt und nicht innerhalb von
10 Kalenderjahren zur Finanzierung von Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen verwendet wird.

Rücklage

Die gesetzliche Rücklage ist vom Gesetzgeber mit zwei Prozent der Beträge des Annuitätendienstes und des Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrages (Grundbetrag von derzeit € 0,43/m²/Wnfl./Monat) festgelegt.

Verwaltung

Die Höhe der Verwaltungskostensätze ist in der Entgeltrichtlinienverordnung gesetzlich geregelt und wird zur Deckung der Verwaltungskosten einer gemeinnützigen Bauvereinigung herangezogen.

Betriebskosten

Hier werden monatliche Akontozahlungen zur Abdeckung der laufenden öffentlichen Abgaben (Müll, Kanal, Wasser, Grundsteuer), Stromkosten, Rauchfangkehrergebühren, Liftkosten (sofern Lift vorhanden), Versicherungsprämien, Reinigungskosten usw. vorgeschrieben. Die Betriebskosten sind im § 21 Mietrechtsgesetz angeführt. Der Vermieter ist verpflichtet, bis spätestens 30.06. des Folgejahres eine Abrechnung über die verrechneten Kosten zu legen.

Garagen, Tiefgaragen, Sonstige Abstellflächen

Sofern vorhanden wird das monatliche Benützungsentgelt für allfällig zugeteilte Garagen, Tiefgaragen oder sonstige Abstellflächen (z. B. Kellerräume) separat ausgewiesen.

Finanzierungsbeitrag

Der Finanzierungsbeitrag (auch Eigenmittel, Baukostenzuschuss, Grundkostenbeitrag) ist jener Betrag, der vom Mieter oder Nutzungsberechtigten bei Abschluss eines Mietvertrages bzw. bei Bezug als Beitrag zur Finanzierung der Grund- und/oder Baukosten an die gemeinnützige Bauvereinigung zu leisten ist. Die Höhe des Finanzierungsbeitrages ist von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel der Größe des Bauvorhabens und von den Förderungsmöglichkeiten abhängig.

Bei Beendigung des Mietverhältnisses ist der Finanzierungsbeitrag grundsätzlich wieder an den ausziehenden Mieter zurückzubezahlen. Allerdings ist der Finanzierungsbeitrag jährlich um 1 % abzuwerten (= “Verwohnung”) nach der derzeit geltenden Regelung. Der in der monatlichen Vorschreibung ausgewiesene Betrag dient lediglich als Berechnungsbasis für die Umsatzsteuerverrechnung (10 %) und findet in der Nettogesamtkostenaufstellung keine Berücksichtigung.

Netto + 10 % (20 %) Umsatzsteuer

Alle angeführten Positionen unterliegen dem Umsatzsteuergesetz und werden mit 10 % versteuert. Für gemietete Flächen, welche nicht zu Wohnzwecken dienen (z. B. Geschäftsräumlichkeiten, Tiefgaragenabstellplätze, Garagen, Kellerräumlichkeiten) und Heizkosten ist im Umsatzsteuergesetz der Steuersatz mit 20 % festgelegt.